"FUTTERHAUS-Futterpost" Ausgabe 05/ Oktober 2011
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Wenn die Katze eine Macke hat
25.07.2011, 15:40 Uhr | lac
Meine Katze spinnt - das glaubt fast jeder zweite Katzenhalter, wie eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München ergab. Die Münchner Verhaltensforscher gingen dem auf den Grund. Ihr Ergebnis: Nur jede dreizehnte Katze leidet tatsächlich an psychischen Störungen. Wenn die Katze die Wohnung vollpinkelt oder aggressiv ist, stecken in Wirklichkeit oft Haltungsfehler dahinter.
"Das häufigste Problem, mit dem Katzenhalter zu mir kommen, ist Unsauberkeit", sagt die Katzenpsychologin Babette Billerbeck, die eine Praxis im niedersächsischen Vierhöfen betreibt. Die Ursache dafür, dass Katzen in der Wohnung alles vollpinkeln oder -koten, ist häufig Angst, sagt Billerbeck: "Sie will sich Sicherheit verschaffen, indem sie ihren Eigengeruch überall verteilt." Angst machen kann der Katze zum Beispiel eine andere Katze, die ebenfalls in der Wohnung lebt. Manche Tiere fürchten sich auch vor Menschen. "Das kommt vor allem bei Katzen vor, die aus dem Tierheim stammen", erklärt die Katzenpsychologin. Eine Verhaltenstherapie kann in diesen Fällen helfen.
Bloß nicht mit der Katze schimpfen
Manchmal sind es aber auch ganz banale Ursachen, die dazu führen, dass eine Katze nicht das für sie vorgesehene Klo benutzt. "Die Streu, die Größe oder der Standort der Toilette können eine Rolle spielen", sagt Billerbeck. Zuerst sollte Herrchen oder Frauchen aber immer beim Tierarzt abklären, ob nicht eine Blasenentzündung oder eine Nierenerkrankung hinter dem Verhalten der Katze steckt. Auf keinen Fall sollte der Halter mit ihr schimpfen, oder ihre Nase in den eigenen Urin tauchen. "Damit verunsichert man das Tier nur noch mehr, und das Verhalten verschlimmert sich noch", warnt die Tierhomöopathin.
Typisch seien auch Fellprobleme bei Katzen: "Sie lecken sich zum Beispiel kahl, um Stress abzubauen", sagt Billerbeck. Stressfaktoren sind etwa andere Katzen im Haushalt, aber auch Kleinkinder, die nicht wissen, wie man mit der Katze umgehen muss. Wenn zwei Katzen in einer Wohnung nicht miteinander auskommen, muss man die Tiere trennen - also zum Beispiel jedem ein Zimmer zuteilen. Wenn sich die Gemüter beruhigt haben, kann man versuchen, die Katzen langsam wieder aneinander zu gewöhnen.
Wer sich eine Zweitkatze anschafft, sollte überlegen, ob die beiden Tiere miteinander auskommen können. "Es gibt eher aktive Rassen, zum Beispiel Siamkatzen, und passive Rassen wie die Perser", erläutert die Expertin. Eine Perserkatze könne sich von einer Siamkatze deshalb leicht genervt fühlen. Grundsätzlich sei es aber ratsam, Katzen zu zweit zu halten, sagt Billerbeck - vor allem, wenn man beruflich viel unterwegs ist. Denn die Tiere seien ungern den ganzen Tag allein in der Wohnung. "Katzen wollen beschäftigt werden und ihren Jagdtrieb ausleben", erklärt die Katzenpsychologin. Können sie das nicht, werden sie manchmal aggressiv gegenüber Menschen.
Um Probleme zu vermeiden, sollte man sich schon vor dem Katzenkauf über die Merkmale der ausgewählten Rasse informieren. So vermeidet man unangenehme Überraschungen. "Man sollte zum Beispiel wissen, dass Siamkatzen sehr viel miauen, weil sie sich mitteilen wollen", sagt Billerbeck. Auch die Sphynx hat ihre Tücken: Sie hat zwar ein lebhaftes, verspieltes Wesen und hängt sehr am Menschen, lässt sich aber ungern streicheln. Zudem versteht sie sich nicht gut mit anderen Katzen, als Zweitkatze ist sie also nicht geeignet. Wer sich eine Langhaarkatze, zum Beispiel Perser oder Maine Coon, zulegen will, muss sich darauf einstellen, dass diese Tiere viel gekämmt werden müssen, da ihr Fell sonst schnell verfilzt. Wer sich gut auf den Katzenkauf vorbereitet, wird aber sicher viel Freude mit dem Tier haben.


